Mit den am 06. Mai von der Bundesregierung beschlossenen Lockerungen vieler Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus kehrt das Leben in Deutschland allmählich, wenn auch nach wie vor mit Einschränkungen, zurück zur Normalität. Schulen, Kitas, die Gastronomie, große Geschäfte und sogar die Fußballbundesliga feiern ihr Comeback und der ein oder andere Arbeitnehmer kehrt aus dem Home-Office zurück ins Büro. Zeit, die vergangenen Wochen einmal Revue passieren zu lassen. Wie hat sich die Informationstechnik im Bann der Pandemie geschlagen? Wo konnte sie uns unter die Arme greifen? Und wo hat uns die Coronakrise Verbesserungspotenzial hinsichtlich der Digitalisierung aufgezeigt?

Praxistest der Digitalisierung

Die Corona-Pandemie stellt nicht weniger als die größte Herausforderung für die Gesellschaft seit dem Zweiten Weltkrieg dar. Gerade die scheinbar so sorgenfreie westliche Welt treffen die weitreichenden Einschränkungen hart, weil sie alles, wofür wir stehen, was wir kennen und was wir so sehr lieben auf den Kopf stellen. Neben unserem Nervenkostüm wird dabei auch die IT-Infrastruktur und unsere Einstellung zur Digitalisierung einem intensiven Praxistest unterzogen. Für uns als IT-Systemhaus zweifelsohne ein sehr interessanter Nebeneffekt der aktuellen Situation, wenngleich wir uns der Thematik natürlich auch lieber unter anderen, weniger dramatischen Umständen genähert hätten.

Eines ist sicher, ohne den aktuellen Stand der Technik wären die Hürden kaum zu meistern. Was, wenn uns der Coronavirus in den 1990er-Jahren heimgesucht hätte? Eine so hohe Home-Office-Quote wie in den vergangenen Wochen wäre sicherlich kaum möglich gewesen und das notwendige Instrumentarium an Hard- und Softwarelösungen stand ebenfalls noch nicht zur Verfügung.

Experiment Home-Office erfolgreich

Seit nunmehr rund zehn Wochen arbeiten viele unserer Mitarbeiter primär aus dem Home-Office. Von den 20 Personen, die iwm derzeit beschäftigt, sind im Durchschnitt nicht mehr als eine Handvoll im Büro. Dennoch funktioniert die Arbeit ohne Probleme. Selbst die Kommunikation untereinander bricht nicht ab, erweist sich hier und da sogar als flüssiger und reibungsloser als sonst. Ähnliche Rückmeldungen erhalten wir von unseren Kunden und auch die Medien bewerten das Home-Office-Experiment als gelungen. Während die Akzeptanz seitens der Mitarbeiter vornehmlich psychologische Gründe hat und wohl auch dadurch zu erklären ist, dass Home-Office einen gewissen Komfort mit sich bringt, begünstigen vor allem Cloud-Technologien eine einfache Umsetzung der notwendigen Infrastruktur.

Weil Microsoft 365 mit den bewährten Office-Anwendungen, viele ERP-Lösungen und unzählige weitere Angebote über die Datenwolke erreichbar sind, können sie jederzeit und geräteunabhängig genutzt werden. Der Nutzer braucht nichts weiter als eine Internetanbindung und seine LogIn-Daten. Baut ein Unternehmen auf die Cloud, kann der Arbeitnehmer also flexibel entscheiden, von welchem Standort aus er arbeiten möchte. Ist doch eine Verbindung zum Unternehmensnetzwerk erforderlich, kann diese auch einfach, schnell und vor allem sicher mittels VPN-Tunnel umgesetzt werden. Wir bei iwm nutzen zudem IP-Telefonie aus dem Hause Swyx, eine Lösung, die ebenfalls besonders für das Home-Office geeignet ist.

Praxistest der Digitalisierung

Kollaborationstools ersetzen den Meeting-Raum … und das Klassenzimmer

Microsoft 365 wird in den Augen vieler Nutzer oftmals auf die klassischen Office-Anwendungen wie Word, Excel oder PowerPoint reduziert. Gerade während der Coronakrise sind es jedoch die weiteren Tools im Produktumfang, die den Unterschied machen. Vor allem Teams hat uns bei iwm sehr dabei geholfen, die Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.

Wenn der Mitarbeiter nicht zum Meeting kommen kann, dann muss das Meeting eben zum Mitarbeiter kommen. Getreu dieses Mottos ersetzt Microsoft Teams die klassische Meeting-Situation durch Online-Meetings im gut ausgestatteten digitalen Konferenzraum. Dort kann man miteinander besprechen und sogar gemeinsam an Dateien arbeiten. Auch für die ungezwungene Kommunikation unter Kollegen eignet sich das Tool. Mal eben eine Frage in die Runde werfen oder einzelne Personen gezielt ansprechen; und das alles ohne im Büro Treppen steigen zu müssen.

Eine ganz besondere Erfahrung mit Microsoft Teams machen derzeit auch unsere Auszubildenden. Ihr Berufsschulunterricht findet seit Ostern über die Anwendung im digitalen Klassenzimmer statt. Wer hätte das gedacht, scherzen doch Lehrer unter vorgehaltener Hand darüber, dass sie auch im Zeitalter der Digitalisierung noch mit den gleichen Tageslichtprojektoren arbeiten wie in den 1980er-Jahren. Ganz so rückständig in Sachen Technik scheint das Schulwesen doch nicht zu sein. Um den Schülerinnen und Schülern eine Möglichkeit der Reflexion zu bieten, werden Unterrichtsstunden teilweise sogar aufgezeichnet. Features wie Bildschirm- und Dokumententeilung, Gruppenbildungen oder Stummschalten von einzelnen Teilnehmern machen darüber hinaus einen guten Unterricht möglich. Erkenntnisse über fehlende oder verbesserungswürdige Funktionen greift Microsoft derweil umgehend auf. So soll die Rederechtzuweisung durch den Gesprächsleiter in Zukunft noch verfeinert werden.

Wo es noch Verbesserungspotenzial gibt

Wenn die Wirtschaft so sehr ins kalte Wasser geworfen wird, muss man natürlich damit rechnen, dass auch im Zusammenhang mit der Digitalisierung nicht alles rund läuft. Wenn der Gesamteindruck auch durchweg positiv ausfällt, zeigen die Erfahrungswerte der vergangenen Wochen dennoch auch Verbesserungspotenzial in dieser Hinsicht. Hier sind in erster Linie aber nicht die Unternehmen am Zug. Vielmehr ist es die generelle Infrastruktur, die mitunter noch zu Wünschen übrig lässt.

Allen voran ist hier der Breitbandausbau zu nennen. Dieser ist zwar schon weit vorangeschritten, aber längst noch nicht abgeschlossen. Vor allem im Sauerland finden sich noch viele schwarze Flecken auf der Landkarte. So müssen Kollegen aus Plettenberg-Landemert derzeit auf jeden Fall die Fahrt ins Büro auf sich nehmen, ob sie nun wollen oder nicht. An produktive Heimarbeit ist aufgrund der schlechten Internetverbindung im kleinen Ort kaum zu denken. Immerhin waren bislang trotz des vermehrten Datenverkehrs in Folge von Home-Office und Binge Watching auf Netflix und Amazon Prime keine nennenswerten Ausfälle des bestehenden Internetnetzes zu verzeichnen.

Fluch und Segen der Digitalisierung

Im Zusammenhang mit einigen Formen der Digitalisierung wurde in den vergangenen Monaten ohnehin bereits kontrovers und ausgiebig diskutiert. Unter dem Eindruck der Coronamaßnahmen hat die öffentliche Debatte noch einmal neue Höhen erreicht. So plant die Bundesregierung schon bald mithilfe einer Corona-App die Infektionswelle in den Griff zu bekommen. Dieses technische Hilfsmittel wäre nichts weniger als Digitalisierung in Reinkultur. Kritiker fragen sich jedoch, ob eine solche App mit Datenschutzbestimmungen zu vereinbaren ist oder ob sie doch vielmehr gegen geltendes Recht verstößt. Hier muss freilich sorgfältig über Für und Wider abgewogen werden.

Noch deutlicher werden Fluch und Segen der Digitalisierung, wenn wir einige Fallbeispiele angewandter Digitalisierung der vergangenen Wochen gegenüberstellen. Da wären zum einen die umfangreichen Informationen und detaillierten Coronakarten die von der Johns Hopkins Universität und dem Robert Koch Institut zur Verfügung gestellt werden. Diese machen sich mit komplexen Algorithmen die Digitalisierung zunutze, um die Menschen zu informieren. Dem gegenüber stehen Internetkriminelle, die nicht besseres zu tun haben, als diese Online-Angebote für Ihre Machenschaften zu missbrauchen. Wir haben bereits darüber berichtet.

Ganz ähnlich verhält es sich mit den Sozialen Medien. Einerseits bieten Menschen dort ihre Hilfe an oder versuchen in trüben Zeiten gute Stimmung zu verbreiten. Auf den gleichen Kanälen finden sich jedoch leider auch viele Hasskommentare, irre Verschwörungstheorien und abstruse Fake News.

Digitalisierung ist halt was man daraus macht.